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Das Leben optimieren

Juni 8, 2018

Es ist ein Trend, ja fast schon ein Volkssport: Die Menschen wollen ihr Leben optimieren.

Zumindest leben wir in unseren Breitengraden diesen Luxus. Unser Leben ist nämlich schon gut, imfall. Sehr gut sogar, wenn man einen scheuen Blick auf den Rest der Welt wirft. Und trotzdem, im Zuge des allgemeinen Perfektionswahns, will der Mensch sich optimieren, was so viel heisst wie Kleinigkeiten an sich verbessern.

In einer breit ausgelegten Studie hat man ein paar Tausend Menschen befragt, wie sie ihr Leben besser machen könnten.

Ein Drittel der Befragten gab an, abnehmen zu wollen. Im Ernst jetzt? Das Leben wird besser, wenn man 5 oder 10 oder 15 Kilo weniger auf den Rippen hat? Wow, ich wusste nicht, dass es SO einfach ist!!!

Gesünder essen war in den Top Ten, weniger Alkohol trinken, weniger Fernsehen.

Der absolute Spitzenreiter und Listenanführer: Weniger Stress. 

Nun, ich glaube, da sind wir uns wohl alle einig: Weniger Stress und Hektik macht das Leben besser, zweifellos. Weil aber viele denken, dass Leistung sie zu besseren Menschen macht, ordnen sie dem alles unter, und kommen so um den Stress gar nicht herum.

Wir optimieren uns also so weit und so verbissen, dass das Wichtigste, nämlich die Ruhe, Zeit und Musse, viel zu kurz kommt. Also können wir unser Leben nicht verbessern, weil wir so vehement damit beschäftigt sind, uns selbst zu verbessern.

Ich persönlich glaube ja, dass man das Leben erst dann optimieren kann, wenn man aufhört, sich selbst so wahnsinnig wichtig zu nehmen. Das Leben wird optimaler, je weniger wir damit beschäftigt sind, uns selber zu optimieren. Denn damit würden wir ohnehin nie fertig.

Ach ja, und die 5 Kilo kann man sich übrigens auch getrost schenken. Damit wird man nicht besser, nur dünner. Und das ist ein gewaltiger Unterschied.

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