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Der schlechte Liebhaber

Oktober 2, 2017

An einer Party machte mich eine Bekannte mit einem netten Herren bekannt. Wir haben herzhaft gelacht und Small Talk betrieben, und als er sich wieder von uns entfernte, liess ich die Bemerkung fallen, dass das doch ein sympathischer Kerl gewesen sei.

„Ja, aber eine Pfeife im Bett.“ meinte meine Bekannte trocken. Ich zog die Augenbrauen hoch. Hatte sie etwa…? Nein, hatte sie nicht, aber eine Freundin einer Freundin hatte mit ihm. Diese sei nach einem feuchtfröhlichen Abend in seinem Bett gelandet, was eine komplette Enttäuschung gewesen sei, denn er sei eine völlige Niete gewesen.

Ah ja? Ich bohrte nach, wie diese Niete im Bett denn zu verstehen sei?

Nun, er sei weder ausdauernd, noch standhaft gewesen, meinte sie – offenbar sehr gut informiert.

Soso. Und deswegen ist er schlecht im Bett?!

Sicher, wenn die Manneskraft versagt, wird es schwierig mit dem Beischlaf. Macht ihn das aber zum schlechten Liebhaber? Kann es nicht einfach sein, dass die beiden zu betrunken waren und er vielleicht zu wenig erotisiert war?! Vielleicht war ja sogar die Dame etwas langweilig und fantasielos. Trägt der Mann jetzt deshalb die Etikette „Niete-im-Bett“ für immer und ewig?!

Wann ist denn ein Mann GUT im Bett? Wenn ER steht und lange kann??! Sagt mir bitte nicht, dass ihr euch alleine damit schon zufrieden gebt?!!

Ist es nicht einfach so, dass man auch in körperlicher Hinsicht zueinander passen muss? Zumindest aus unserer weiblichen Sicht. Wenn er intuitiv spürt, was wir mögen, ohne uns hundert mal zu fragen „gefällt dir das? he? he? magst du das? he? und das? und das? he? he?“ FÖCK!!!!! MACH EINFACH! Und mach es richtig!

Ich glaube, es gibt tatsächlich talentierte Herren. Solche, die es in jeder Lebenslage können, die frei sind, selbstbewusst, und Sex sehr spielerisch angehen. Männer, die sinnlich sind und ihre Partnerin spüren. Es gibt auch ganz simple, technische Kniffs, die man vielleicht als Können interpretieren könnte, wie zum Beispiel den Winkel der Penetration.

Aber ich will nicht glauben, dass jemand einfach „schlecht“ im Bett ist. Einfallslos vielleicht. Lieblos von mir aus. Zu wenig an der Frau interessiert.

Aber das gilt für uns Weibchen ja gleichermassen.

Letztlich ist die Grundlage doch die vielbesungene Chemie. Die muss gar nicht immer mit verklärter Romantik zusammenhängen. Manchmal treffen sich zwei, die es einfach auf die gleiche Art mögen. Und manchmal geht es wortwörtlich in die Hose.

Darum würde ich mich davor hüten, jemanden als schlecht im Bett zu betiteln. Wahrscheinlich hat es vielmehr einfach nicht gepasst.

Bild Flickr CC Pekka Nikrus

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