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Die Kinder des Partners

August 9, 2017

Viele können die Kinder ihres Partners nicht ausstehen. Und viele verbergen diese Tatsache auch nicht. Das System einer Patchwork Familie ist höchst komplex und unglaublich schwierig zu handlen. Die Kinder, die in die Beziehung gebracht werden, sind  nicht einfach zu mögen, geschweige denn zu lieben. Diese Gefühle gibt es, und sie wegzudrängen macht es nicht besser, im Gegenteil.

Das Problem sind nicht die Kinder, obwohl sich die Abneigung, leider, meistens auf sie fokussiert.

Der Ex-Partner spielt in diesem Gefüge eine grosse Rolle. Man kann sich zwar aus einer Liebesbeziehung lösen, aber nicht aus einer Familie. Und die Ex-Partner bleiben nun mal ein Teil dieser Familie.

Es macht eine Beziehung nicht einfacher, wenn ständig die Ex anruft und Familiendinge besprechen will. Aber Eltern müssen nun mal Familiendinge besprechen, auch wenn sie kein Paar mehr sind. Wenn die Kinder dann auch noch so aussehen wie die Ex, schwebt diese ständig wie ein Geist über deren Köpfen mit im Haus. Merci villmal!!

Weiter spielt das schlechte Gewissen der Eltern übel mit. Man versucht irgendwie gutzumachen, dass man den Kindern diese Trennung angetan hat. Väter, die ihre Kinder weniger sehen, wollen kompensieren, was sie ausgelassen haben. Was bei der neuen Partnerin Kopfschütteln auslöst und das Gefühl, in dem Moment nicht mehr wichtig zu sein.

Und dann ist man schlichtweg eifersüchtig. Die Liebe zu Kindern ist mit nichts Anderem vergleichbar. Diese innigen Gefühle des anderen zu akzeptieren, ist kein einfaches Ding. Auch die Tatsache, dass man selber kein Teil davon sein kann.

Aber es gibt auch die Perspektive der Kinder, und die ist wichtig. Sie leiden unter einer Trennung immer. Immer. Plötzlich hat der Vater ein neues Zuhause, ein für sie fremdes, mit einer fremden Frau, die in ihren Augen den Vater weggenommen hat. Oder plötzlich hat die Mutter einen neuen Partner, den sie jetzt betütelt statt der Kinder, und der sich in ihre Angelegenheiten mischt. Das ist nicht einfach zu akzeptieren. Und Kinder haben das Recht darauf, nicht rational zu sein. Sie hat ja in dieser Angelegenheit niemand gefragt. Sie müssen sich einfach fügen.

Ein neuer Partner ersetzt nicht den anderen Elternteil. Mit dem neuen Partner ist es schwierig, ein Familienleben zu haben oder Kinderfragen zu diskutieren. Wenn der neue Partner sich nicht einfügen kann, dann soll er sich raushalten und seinen Partner sein Ding mit den Kids alleine machen lassen. Aber dann auch wirklich!

Wenn man aber ein Teil davon sein will, muss man zwingend akzeptieren, dass es diese Kinder gibt und dass sie ein Teil vom Partner sind. Ein grosser Teil. Es gibt ihn nicht ohne. Diese Kinder sind wie ein Arm von ihm, ein Bein – sie gehören zu ihm und zum Glück ist er ein so verantwortungsbewusster und liebevoller Mensch, dass er sich auch darum kümmert!

Und es gibt Tabus. Schlecht über die Stiefkinder zu reden, sie schlecht zu behandeln, sind ein absolutes No Go. Nicht nur, weil die Kinder immer die Leidtragenden sind. Auch weil man seine Beziehung massiv damit torpediert. Ich bin Mutter. Niemand, und ich meine niemand, darf je etwas Abfälliges über meine Kinder sagen. Geschweige denn tun. Nicht mal der leibliche Vater. Alles, was gegen die Kinder geht, geht direkt gegen mich, wenn nicht noch schlimmer.

Man muss fremde Kinder nicht lieben. Aber man kann Verständnis für sie aufbringen. Und man kann bei diesen schlechten Gefühlen in sich hineinhorchen und die Quelle ausmachen. Die Kinder sind es nicht, soviel ist schon mal sicher. Deswegen haben sie die Ladung Hass auch nicht verdient.

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