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Ein bisschen mehr reden

März 10, 2017

Leute, wir reden zuwenig miteinander.

Ich meine jetzt nicht die grossen Beziehungs-Grundsatzdiskussionen, auch nicht die Gespräche mit Kollegen im Büro – ich rede vom alltäglichen Smalltalk, der von mir aus an der Einkaufskasse, im Tram, in der Umkleidekabine oder sonstwo mit Wildfremden stattfinden könnte.

Die Amerikaner beispielsweise sind uns da Einiges voraus. Die quatschen dich im Klo beim Händewaschen an, während man am Buffet Schlange steht oder ein Kleid anprobiert. Sie haben den Ruf weg, oberflächlich zu sein – aber das ist nun mal die Natur des Smalltalk! Oberflächlich ist manchmal auch ganz angenehm.

Das Schöne am Smalltalk ist, er tut gut. Die Voraussetzung dafür ist nämlich, dass man überhaupt wahrgenommen wird.

Der beste Weg, ein kurzes Gespräch zu beginnen, ist eine Nettigkeit. Ein Kompliment, über ein Kleidungsstück, die Frisur, eine nette Bemerkung über den Einkauf des anderen oder in welcher Situation man sich gerade befindet.

Eine Nettigkeit wird kaum abgelehnt, wenn sie wirklich so gemeint ist. Auch wenn man sich nach dem kurzen verbalen Austausch nie wieder sieht, bleibt ein schöner Eindruck – bei beiden. Ausserdem stärkt es das Selbstbewusstsein. Jedes Ansprechen bedeutet, über seinen Schatten zu springen und Distanzen zu überwinden.

Wir sollten mehr miteinander reden. Dann merkt man plötzlich, dass die Welt gar nicht voller Arschlöcher ist, wie man manchmal gemeinhin annehmen möchte.  Oberflächlich nett sein bedeutet immer noch nett sein, und das macht den Alltag einfach etwas netter.

(Bildquelle Flickr CC by Orangeek)

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