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Ein Model hat Ecken und Kanten

Oktober 17, 2016

Traraaa – da haben wir sie wieder: Die Debatte darüber, wie schlank Models sein dürfen!

Die Gegenbewegung gibt nicht auf. H&M hat eine Kampagne am Start, die Frauen aus dem „richtigen Leben“ propagiert. Auf RTL 2 sucht man brandaktuell das Curvy Supermodel.

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Nun, das ist viel Rauch um Nichts. Denn tatsächlich sind die Mädchen auf den internationalen Laufstegen nach wie vor spindeldürr. Und zwar derart, dass jüngst ein Gucci Kampagnen-Video in England verbannt wurde. Die britische Werbeaufsicht ASA zog die Notbremse, weil das Model am Ende des Spots, Zitat, „ungesund dünn aussehe“. Und ja, das Zitat kommt ungefähr hin.

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Alle rufen, dass sie keine mageren Mädchen mehr wollen. Spanien verbannte schon vor 10 Jahren zu dünne Models vom Catwalk, Frankreich seit letztem Jahr. Trotzdem tragen alle Size Zero und weniger, die Mädchen müssen ja auch lediglich ein ärztliches Attest vorzeigen, dass sie nicht essgestört sind. Vordergründig nicken alle, hintenrum ändert sich nichts.

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Designer bei Size-Zero-Kollektionen schlichtweg weniger Stoff verbrauchen und aus Spargründen die kleinsten Grössen präsentieren. Dem ist nicht so. Es geht vielmehr darum, dass die Mode einheitlich daherkommen soll. Und da wir alle so grundverschieden gebaut sind, mit grösserem Busen da, schmalerer Taille dort, eckigem oder rundem Becken, geht das nun mal am Besten, wenn möglichst wenig an den Models dran ist. Dann sind nämlich alle gleich.

Die Designer sagen zudem immer wieder mal, ihre Kleider sähen an dünnen Mädchen einfach besser aus. Und dann hagelt es Kritik von allen Seiten, während die Menschheit weiterhin damit beschäftigt ist, neue Diäten zu entwickeln und täglich über die Waage zu fluchen.

Wir Normalos zeichnen uns dadurch eben aus: Durch unsere grossen Hintern. Unseren vollen Busen. Die prallen Schenkel. Das sind keine Mankos, das sind unsere individuellen Formen, die uns eigen und unverwechselbar machen.

Models sollen nicht unverwechselbar sein. Im Gegenteil! Sie sollen austauschbar sein. Verschwinden unter den fliessenden Stoffen und Kleiderkreationen. Es geht nicht um sie, es geht um die Mode. Und deswegen werden wir auch weiterhin ganz ganz schlanke Mädchen auf den Laufstegen sehen. Wer wie sie unter den Kleidern verschwinden will – bittesehr. Der möge ihnen nacheifern. Ich für meinen Teil nutze Kleider lieber weiterhin, um meine Persönlichkeit zu unterstreichen. Und dafür wäre Size Zero äusserst hinderlich.

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