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Einfach Nein

März 27, 2017

Eigentlich müsste es ganz befreiend sein, laut und deutlich NEIN zu sagen.

Es bedeutet, seine Entscheidungen frei und unabhängig treffen zu können. Es bedeutet, sich etwas überlegt zu haben und klar und deutlich Position zu beziehen. Nein zu sagen bedeutet, sich und seine Bedürfnisse zu kennen und dafür einzustehen.

Nein zu sagen bedeutet aber auch, unbequem zu sein. Es bedeutet, jemandes Erwartungen nicht zu erfüllen und nicht mitzumachen. Es bedeutet unter Umständen, sich quer zu stellen und sich damit unbeliebt machen zu können.

Und das hält man natürlich ganz schlecht aus. Um die Ablehnung etwas zu mildern und diplomatischer rüberzukommen, fangen die meisten an, Erklärungen hinterherzuschicken.

Nein, aber…  eigentlich würde ich gerne, aber… Es tut mir so leid, aber… und es folgen lange Geschichten, die nicht immer wahr sind, und die die eigentliche Antwort begraben. Die Antwort wäre nämlich einfach Nein.

Ein NEIN genügt. Das ist ein vollständiger Satz und eine gute Antwort auf viele Fragen. NEIN.

Wir, oder jedenfalls die meisten, wurden dazu erzogen, höflich zu sein, hilfsbereit und verständnisvoll. Das ist auch gut so und im Normalfall auch kein Thema. Aber es gibt Menschen, die nutzen das aus und schiessen über das Ziel hinaus. Denen muss man klar und deutlich Grenzen aufzeigen.

Erklärungen sind dabei oft kontraproduktiv. Manchmal muss man einfach Nein sagen. Einfach nur Nein. Denn das verstehen alle, klar und deutlich.

Nein sagen ist für viele schwierig. Einerseits, weil man niemanden verletzten möchte. Andererseits aber auch, weil die Befürchtung da ist, dass man nicht mehr gemocht wird, wenn man ablehnt. Aber glaubt ihr wirklich, dass ihr akzeptiert werdet, weil ihr euch unterordnet? Du wirst nicht dafür geliebt, was du tust, sondern dafür, wer du bist. Oft hängt das zusammen, sicherlich – aber wenn ihr selber ja wisst, dass ihr kein Arschloch seid, wovor fürchtet ihr euch dann?

Ein Nein bedeutet oft eben Ja. Ein Ja zu sich selbst. Und darauf kommt es an. Manchmal fragen die Leute wirklich unverschämte Dinge, und mit einem Nein fühlt man sich trotzdem mies, auch wenn die Absage absolut richtig und berechtigt ist. Versucht es dann einfach mit einem strahlenden „Nein, danke!“

Manchmal ist weniger eben doch mehr. Ich habe gelernt, dass ich mich nicht immer erklären muss. Ein simples Nein kostet viel weniger Energie, ist deutlich, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute das meist auch völlig gut akzeptieren.

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