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Eltern, ihr habt einen Job!

Januar 19, 2017

Wie alle Eltern bin auch ich intensiv mit meinen Kindern beschäftigt. Sie machen viel Freude, kosten ab und an Nerven, halten mich auf Trab und ich organisiere nicht nur mein, sondern auch ihr Leben.

Wie alle Eltern bin ich für sie verantwortlich. Für sie, aber auch für das Umfeld, das es mit ihnen zu tun bekommt. Ich zeige meinen Kindern, wie man mit Menschen umgeht. Einerseits erzähle ich ihnen das, andererseits lebe ich es natürlich vor. Bewusst und unbewusst.

Wie alle Eltern.

Immer öfters begegne ich aber Eltern, die ihren Erziehungsauftrag irgendwie nicht so ernst zu nehmen scheinen.

Ich war in einem Museum mit einer Gruppe von Leuten, von denen einige Kinder dabei hatten, in ganz unterschiedlichem Alter. Die Kleinen rannten während der Führung herum, schrien und kreischten, so dass man von der armen Frau, die die Führung machte und bemüht ihre Informationen weitergab, kaum ein Wort verstanden hat.

Die Eltern scherten sich einen Deut darum. Ich musste fremde Kinder in die Schranken weisen, und selbst da standen die Eltern immer noch dumpf daneben und unternahmen nichts.

Dann war ich mit meiner Familie in einem Restaurant essen. Da überfielen uns zwei Kinder, die Fangen spielten. Eines hinter mir, mit Griff an meinen Stuhl, und das andere lauerte gegenüber auf. Es folgten wilde Runden um unseren Tisch, während ich fassungslos die Eltern am Tisch daneben anstarrte – es kam kein Wort. Wieder spielte ich den General.

Die Krönung erlebte ich an einem Abend in einem Hotel, als Kinder herumtollten und schliesslich Kerzen herumschleiften, die Wachsspuren auf dem Teppich hinterliessen. Es musste tatsächlich der Hotelmanager selber auftreten und den Kindern Einhalt gebieten. Die Eltern sassen gemütlich an ihrem Tisch und zeigten keinerlei Reaktion.

Liebe Eltern, ihr habt einen Job! Immer. Auch abends. Auch in euren Ferien. Vor allem in Gesellschaft.

Ihr seid verantwortlich. Nicht nur für das Wohl eurer Kinder, sondern auch für die Regeln im Umgang mit anderen Menschen. Die Kinder wissen es nicht besser, aber ihr sehr wohl. Grenzen aufzuzeigen ist anstrengend, ich kenne das. Aber ein unumstösslicher Pfeiler in der Erziehung.

Wie alle Eltern liebe auch ich meine Kinder. Heiss sogar. Aber das ist nicht mein Job. Das ist mein Lohn. Mein Job ist es, diese Kinder fürs Leben zu rüsten. Ich muss sie nicht bespassen. Nicht unterhalten. Ich bin dafür verantwortlich, dass sie dieses Leben so schnell wie möglich ohne mich meistern können.

Das ist ein Job! Fulltime!

Man kann Kinder Kinder sein lassen, unbedingt. Aber man muss wissen, wo und wann das geht. Kinder, die euch auf der Nase herumtanzen, machen das erst recht mit anderen Menschen. Damit kommen sie nicht weit im Leben, das wisst ihr sicherlich auch. Das hat nichts mit Respekt und Anstand zu tun, die ich für Grundwerte in der menschlichen Erziehung halte.

Also nehmt eure Pflichten wahr. Das ist im Moment anstrengend. Lohnt sich aber tausendfach, weil es hinterher leichter wird. Wenn die Kinder erst mal die Basics verstanden haben, geht alles andere fast von allein. Die weiteren Grenzen setzen sich dann leicht. Ihr tut also nicht nur euren Mitmenschen einen Gefallen, sondern auch euch selbst, vor allem aber euren Kindern.

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  • Natascha C. Januar 19, 2017 at 6:30 am

    Wie wahr! Du sprichst mir aus der Seele!

  • Conny B. Januar 19, 2017 at 11:33 am

    Tausend DANK dafür, dass dieses Thema eine intelligente, ihre Kinder liebende Mutter „schwarz-auf-weiss“ mit-TEILT.

  • Spescha Januar 22, 2017 at 11:02 pm

    Du sprichst mir aus der Seele. Wenn man heutzutage seine Kinder in der Öffentlichkeit erzieht wird man direkt missbilligend angesehen. Ich bin ihre Mutter, nicht die beate Freundin. Beides geht einfach nicht. Und lauter individuelle Persönlichkeiten welche vor Egoismus strotzen bereiten den Schulen und bei Lehrstellen mehr und mehr Probleme.

    Erziehung und Respekt vor den Freiräumen anderer ist so wichtig.

  • Tanja Januar 27, 2017 at 12:21 pm

    Traurig aber wahr!
    Entweder du schickst die Kinder mit einer Laus im Ohr zu den Eltern um es dort weiterzuführen oder gehst selbst hin und benimmst dich so wie ihre Kinder ???So müssen sie aktiv werden.