Life Fashion Beauty Places Men Fun
Life

Harmonie um jeden Preis

Oktober 21, 2016

Wie die meisten Menschen, habe auch ich es furchtbar gern harmonisch. Ich liebe Frieden, Freude, Eierkuchen. Auch wenn die Welt nicht nur ein schöner Ort ist, so habe ich mich entschieden, mich bewusst auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Dadurch verstärken sie sich nämlich, und wir alle sind sehr darauf angewiesen, dass sie das unbedingt tun.

Freundschaften und schöne Bekanntschaften stehen auf meiner Liste der schönen Dinge ganz oben. Es ist so bereichernd, wenn man mit anderen lachen und sich mit ihnen freuen kann. Wenn man sich austauscht und sich gegenseitig wohlwollend unterstützt. Ich mag Menschen nämlich. Eigentlich.

Wie wir alle wissen, klappt das leider nicht immer. Da und dort ist man anderer Meinung, da und dort nerven Leute schaurig, und da und dort überschreiten einige deine persönlichen Grenzen.

Für harmoniebedürftige Menschen wird es nun ganz schwierig: Wo kann man sich des lieben Frieden willens noch auf die Zunge beissen, und wo muss man unangenehm werden und einen Streit vom Zaun brechen? Und warum zum Henker fällt es uns so schwer, unangenehm für andere zu werden??!

Nun, ich bin wie gesagt so ein harmoniebedürftiger Mensch. Jesses, was ich mir schon für mentale Ohrfeigen habe verpassen lassen! Viele würde ich wieder einsacken. Ganz bewusst. Denn in vielen Situationen ist es mir den Streit, und was daraus resultiert, einfach nicht wert.

Dann, wenn ich eine Person ohnehin nicht in meinem Leben haben will.

Dann, wenn der andere ganz offensichtlich nicht die leiseste Absicht hat, eine Lösung zu finden.

Dann, wenn die Würfel längst gefallen sind und alles, was du tust, ohnehin ins Leere läuft.

Unangenehm zu werden habe ich aber gelernt. Vermeintlich unangenehm. Denn man kann durchaus unangenehme Themen ansprechen, dabei selbst aber freundlich und angenehm bleiben! Gerade der Harmonie willen ist es ganz dringend nötig, unangenehme Sachen anzusprechen, damit man die Situation wieder ins Lot bringen kann.

Da und dort merkt man aber manchmal auch, dass alle Liebesmüh vergebens ist. Dass der andere Mensch und du niemals zusammen auf einen grünen Zweig kommen werdet. Nie. Und dann muss man loslassen.

Intelligente und gereifte Menschen finden einen Weg, das respektvoll und anständig zu tun. Die anderen keifen und streiten und versuchen das Aussichtsloseste in einer solchen Situation:

Dem anderen aufzuzeigen, dass er im Unrecht ist.

Aus einer solchen Situation entstehen nie gute Dinge. Nie. Und es bringt nichts. Rein. Gar. Nichts.

Ich verstehe nicht, warum Streithähne als die „Starken“ in unserer Gesellschaft gelten. Ist es nicht viel stärker, über der Sache zu stehen und einfach mal die Klappe zu halten? Und ist es nicht noch stärker, wenn das Ziel nicht die Rechthaberei ist, sondern tatsächlich die Harmonie? Wir wollen doch eigentlich alle tief in unseren Herzen Frieden haben. Und Freude. Miteinander. Stark ist, wer das erkennt.

Bild Flickr CC by Alice Popkorn

Dir gefällt vielleicht auch