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Ich will kein Baby!

Januar 9, 2017

Sarah ist eine bildschöne Frau. Gerade 40 geworden und seit gut 12 Jahren mit Tom verheiratet. Die beiden scheinen verliebt wie am ersten Tag, und ja, das sei auch immer noch so, meint sie ungefragt.

Sie hat einen Teilzeitjob, macht viel Sport. Er hat einen super Job und bringt ordentlich Geld nach Hause. Sie reisen viel, haben einen Hund, lieben guten Wein und sind gern in Gesellschaft. Für mich sind sie das perfekte Paar, jeder Blinde erkennt die Harmonie und Verbundenheit zwischen ihnen.

Sarah und Tom wollen keine Kinder.

Bei einem Glas Wein erzählte sie mir, dass das eine bewusste Entscheidung sei. Kinder seien toll, aber sie selber wolle einfach keine. Sie liebe ihr Leben, und zwar genau so, wie es jetzt ist. Sie will keine Veränderung.

Für die beiden stimmt es. Aber nicht für ihr Umfeld. Ständig liegen ihnen ihre Eltern in den Ohren. Nennen sie Egoisten. Sie würden ja nicht wissen, was ihnen entgeht! Wenn so ein Kind erst mal da sei, dann würden sie schon sehen, wie schön das sei. Dass es nichts Besseres gäbe, nichts Schöneres!

Aber Sarah und Tom wollen keine Kinder.

Ihre Freunde haben sie alle irgendwann mal vorsichtig darauf angesprochen. In der Befürchtung, die beiden hätten ‚Probleme‘ und seien vielleicht körperlich nicht in der Lage, welche zu bekommen.

Aber Sarah und Tom wollen einfach keine Kinder.

Ständig müssen sie sich dafür rechtfertigen. Wenn sie Leute kennenlernen, sagen die, sie sollen doch das nächste Mal ihre Kinder mitbringen. Und ernten mitleidige Blicke, wenn sie erklären, sie hätten keine. Sie bekommen ungewöhnlich viele Patenschafts-Anfragen, als müsse man den armen Leuten wenigstens teilweise Kinderspass vermitteln.

Aber Sarah und Tom wollen keine Kinder.

Und das ist gut so. Es ist völlig in Ordnung, sich gegen eine Familie zu entscheiden. Auch wenn vermeintlich alle Voraussetzungen stimmen. Wenn man nicht die Bereitschaft fühlt, zurückzustehen, sein Leben komplett auf den Kopf zu stellen, dann sollte man es lassen. Die Verantwortung ist zu gross.

Es wäre wünschenswert, dass unsere Gesellschaft das akzeptiert. Mir sträuben sich immer die Nackenhaare, wenn bei Hochzeiten als erstes Babyzeugs verschenkt und plakativ herumgereicht wird. Das ist NICHT die logische Konsequenz einer Vermählung! Schon lange nicht mehr.

Manchmal wird einem die Entscheidung auch vom Schicksal abgenommen, dann ist die Erwartungshaltung des Umfeldes auch nicht gerade hilfreich.

Es müssen nicht alle Babies haben. Wer sich dagegen entscheidet, hat jedes Recht der Welt dazu.

Bild Flickr CC by loving earth

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  • meissoun Januar 9, 2017 at 6:27 am

    Wie wahr! Kinder sind eine grosse Verantwortung – da lohnt es sich, zu überlegen, ob man diese eingehen will.
    Das „Egoismus“-Argument lasse ich eh nicht gelten, da genug Leute aus egoistischen Gründen Kinder bekommen, weil diese eine Aufgabe in ihrem Leben erfüllen sollen, wie z.B. das schöne Argument, es soll sie dann mal jemand im Altersheim besuchen kommen… Ich hatte selber nie Muttergefühle. Warum soll ich also Kinder bekommen und diese dann spüren lassen, dass ich sie eigentlich nicht wollte?

  • Michi Januar 9, 2017 at 9:18 am

    Ja genau! Und dann ein so grosses trara machen, weil zwei samesex adoptieren wollen! Was wollt ihr denn genau? Liebende Eltern oder die passende Statistik?

    • Tamara Cantieni Januar 9, 2017 at 3:01 pm

      Absolut, Michi. Bin ganz Deiner Meinung – es braucht liebende Eltern, egal welchen Geschlechts!

  • Posemuk Januar 10, 2017 at 7:55 pm

    Bis zu den Tag, wenn Tom mit einer Jüngeren durchbrennt und sofort ein Kind ansetzt und Sarah in die Röhre schaut (mit dem Hund). Gibt es alles – jeden Tag