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Liebst du mich?

Oktober 25, 2017

Der Mensch will geliebt werden. Immer. Von allen.

Das ist unsere Natur. Wir brauchen die Menschen, die Sippe. Sie gewährt Sicherheit, Überleben. Da der Mensch von heute nicht mehr im Rudel lebt, stehen all die Leute rundherum stellvertretend dafür.

Der Mensch wiegt sich darum in Sicherheit, wenn man ihn liebt. Ihn mag. Schätzt.

Leider ist das nicht immer möglich. Nie. Man kann es nicht allen recht machen, man kann nicht von allen geliebt werden. Immer. In all seinen Entscheidungen, Taten, Charakterzügen. Irgendwo eckt man immer an, wenn man seine Ziele verfolgt und nicht hauptsächlich die Bedürfnisse der anderen deckt.

Aber hoffentlich ist man sich selbst näher als „die anderen“! Hoffentlich verfolgt man seine eigenen Ziele. Hoffentlich hält man es drum auch aus, wenn man die anderen mal vor den Kopf stösst.

Für sich selber zu schauen, wird oft schlechtgeredet. Man schimpft solche Leute als Egoisten, Herzlose, Narzissten. Aber es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen einer gesunden Eigenliebe und rücksichtslosem Verhalten seiner Umwelt gegenüber. Ich bin der Meinung, man kann das verbinden: ein sozialer Mensch zu sein, der sich um seine Mitmenschen kümmert, und der dennoch ganz klar bei sich und seinen Bedürfnissen bleibt.

Und selbst dann wird es wieder diese „anderen“ geben. Die, die dich nicht mögen. Manchmal einfach wegen deiner Nase. Deinem Namen. Deinem Partner. Deinem Job. Völlig haltlos.

Unsere Sympathien verteilen wir nicht immer rational. Vielfach gibt es einen gemeinsamen Nenner. Roger Federer beispielsweise mögen alle. ALLE. Es gibt Eigenschaften, die Forscher längst erkundet und benannt haben, die Mitmenschen ins Vertrauen ziehen und für positive Stimmung sorgen.

Aber es gibt auch irrationale Reaktionen. Wir Menschen spiegeln einander. Uns selbst. Oft ist es Neid, den Menschen in anderen entfachen. Dagegen kann und soll man nichts machen.

Es ist nicht wichtig, dass jeder dich liebt. Wenn das allerdings fast keiner mehr tut und du ständig gegen Wände läufst, wäre es vielleicht an der Zeit für eine kleine Selbstreflektion. Aber das ist doch eher selten der Fall.

Nein, wir werden nicht von allen geliebt, und viele halten das ganz schlecht aus. Aber es ist nötig. Es muss sein. All die Leute rundherum sind nicht unsere Sippe. Und all die Leute rundherum verfolgen nicht unser Wohlbefinden, sondern das eigene. Das beisst sich manchmal eben.

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