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Mami im Internet

Juni 18, 2018

Habt ihr euer Mami ins Internet gelassen? Facebook? WhatsApp?

Wenn nein, gratuliere!

Wenn ja, habt ihr vielleicht die gleichen Nahtoderfahrungen gemacht wie ich.

Ich habe es eigentlich aufgegeben. Aber nach jahrelangem Zureden (was habe ich getan??!?!) habe ich einen Sieg errungen und meine Mutter dazu gebracht, sich WLAN ins Haus zu holen. Ich dachte zumindest, es wäre ein Sieg.

Als erstes habe ich ihr WhatsApp installiert. Ich hab die Sprachtext-Funktion erklärt, worauf ich unzählige Tonaufnahmen mit dem Inhalt „Hallo T…“ und „…“ erhielt.

Mama, du musst die Mikrofontaste GEDRÜCKT halten!! erklärte ich, wieder und wieder. Sie schreibt jetzt wieder.

Dann leuchtete mein Handy um 1 Uhr nachts auf. MAMA hat die Gruppe „dimmpünliii“ erstellt.

In diese Gruppe hat sie all ihre Kontakte eingeladen. ALLE!! Da sie ein altes Handy von mir verwendet, gehörten freundlicherweise auch einige meiner Freunde und die Schulkameraden meiner Tochter dazu.

Man hätte das Versehen als solches stehenlassen können, wenn nicht Mamas Freundinnen verzückt in die Gruppe geschrieben, Fotos von ihrem Ausflug auf die Bettmeralp geschickt, und von Alfreds Prostataproblemem berichtet hätten. Meine Tochter rief mich am nächsten Morgen hysterisch aus der Schule an, ihre Schulkollegen bekämen die ganze Zeit diese Nachrichten, ich solle bitte sofort die Oma abstellen.

Meine Mutter ruft regelmässig an, weil sie aus Versehen das Internet gelöscht hat. Ich sage ihr dann, dass das herzlich wenig Sinn macht. Aber sie besteht darauf, bis ich wie Dr. House nach tagelangen Diskussionen und Fragerunden herausfinde, dass sie den Flugmodus eingeschaltet hat.

„Wie mache ich Herzli?“ fragte sie mich jüngst beim Texten. Nein. NEIN!!! Keine Emojis!!!! Was soll ich sagen, jetzt hat sie den Dreh raus und ihre Sprachnachrichten sind deutlich bunter geworden.

Das Internet und meine Mutter stehen erst am Anfang einer aufregenden Beziehung. Sie verstehen sich noch nicht, aber was soll’s. Die einzigen Beteiligten, die ernsthafte Schäden davontragen könnten, sind die Übersetzer zwischen ihnen. In der Regel sind das unschuldige Kinder wie ich.

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