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Schweizerdeutsch für Deutsche

Oktober 27, 2017

Schweizerdeutsch ist tricky. Es ist ja schon deutsch, aber nicht richtig. Davon können unsere deutschen Freunde ein Liedchen singen. Sie weigern sich weitgehend, diese Sprache zu sprechen. Weil unsprechbar, sagen die meisten. Ich kann es irgendwie verstehen.

Da dieser Blog auch rege in Deutschland gelesen wird, was mich sehr freut, und viele sich die Schweiz als Wahlheimat ausgesucht haben, werde ich nun wieder mal ein paar schweizerdeutsche Begriffe näher definieren, liebe deutsche Freunde.

BLAUI MÖSE

ähm… nein. Das ist kein Geschlechtsteil unter Blutstau. Möse sind Flecken, Hämatome, die durch Stossen.. äh, NEIN!!! die natürlich durch AN-stossen oder Schläge entstanden sind!!!

FIGGIMÜHLI

Schon wieder rutscht man in vermeintlich sexuelle Abgründe. Aber nein. Diesen Begriff nutzt man beim Mühlespiel, oder nennt ihr das DAME? Egal, auf jeden Fall ist das die Situation, in der man zwei Möglichkeiten hat und beide zum Vorteil reichen.

BIBELI

ja, wir verniedlichen Wörter. RüebLI zum Beispiel (Karotten) gibt es nur in niedlich. Andere Wörter wie Schuhe (SchüehLI) oder Kind (ChindLI) machen wir mit -LI klein. Ausser Bibeli. Ihr dachtet wohl schon, das sei die Miniatur-Ausgabe vom Alten Testament?! Nix da. Bibeli ist ein Pickel. Den gibt es auch nur in niedlich. Wäk.

BLAS MER ID SCHUEH

Das könnte man anhand der Wörter noch verstehen, oder? Genau: Blas in meine Schuhe. Der Schweizer gebraucht das anstelle von LECK MICH AM ARSCH. Ich kann es mir nur so erklären, dass man vor Jahrhunderten die Löcher in die Käsefüsse geblasen hat. Keine Ahnung. Es macht keinen Sinn. Aber es ist anständiger als Arschlecken.

HEIMLIFEISS

ist nicht ein heimlich Dicker. Wie sollte das auch gehen? Ein Heimlifeiss ist ein Schlitzohr, dem man von aussen nicht ansieht, dass er eins ist.

HUERE GEIL

Nicht verwechseln mit einer geilen Liebesdienerin. Mit HUERE verstärken wir unsere Aussagen: huere schön, huere schlimm, huere geil.

PAPIERFÖTZELI

Damit ist nicht etwa ein Bio-Sextoy aus Recyclingpapier gemeint. Papierfötzel sind schlicht und ergreifend Papierschnipsel.

SACKGELD

Bekommt ihr leider nicht in der Samenbank, das kriegen Kinder von ihren Eltern: Taschengeld.

EIS GO ZIEH

Auch wenn man in Zürich Kokain durchaus kennt, ist damit nicht das Ziehen einer Kokslinie gemeint. Wer Eins ziehen geht, trinkt harmlos ein Getränk an der Bar.

FOIFLIIBER

Wer an eine Gang-Bang denkt, liegt falsch. Foifliiiber hat nichts mit fünf Leibern zu tun, die aufeinander, hintereinander oder ineinander geschichtet sind. Ein Foifliiber ist das Fünf-Franken-Stück.

HEITERE FAHNE!

Könnte der Befund eines Polizisten sein, wenn er einen alkoholisierten Autofahrer angehalten hat, ist jedoch nur ein allgemeiner Ausruf des Erstaunens.

DA GAHSCH ABE!

Nicht etwa die letzten Worte eines Schweizers auf der Titanic, sondern ein Ausruf des Erstaunens.

LÄCK BOBI!

Damit will keiner den 7jährigen Mischlingsrüden Bobi dazu auffordern, die verschüttete Milch aufzulecken. Robert wird auch nicht zum Cunnilingus aufgefordert. Läck Bobi ist ein Ausruf des Erstaunens.

 

In der Schweiz kriegt man übrigens nicht, wenn man etwas kaufen möchte („ich kriege ein Brötchen). Man hätte gerne (dürfe ich bitte noch ein Brötchen haben?“). Und man bedankt sich, wenn man Geld ausgegeben hat. Also der Käufer beim Verkäufer.

In der Schweiz duzt man sich schneller als in Deutschland. In der Schweiz sagt man nicht so oft, was man denkt. In der Schweiz ist man bescheiden. Auch wenn man heimlich neidisch ist. Läck Bobi!

 

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  • Janine Oktober 27, 2017 at 12:59 pm

    höhö genau und als ob das nicht schon schwer genug wäre, haben wir ja noch in jedem Kanton unterschiedliche Ausdrücke und auch Tätigkeiten – wie beispielsweise die weissen Socken aus dem Aargau.. Verstehe den Gag einer Hofdame aus Bauer, ledig, sucht damit noch immer nicht!
    Toller Beitrag 😀
    Liebe Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.ch/