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Statements

Oktober 9, 2018

Botschaften lauern überall!

Neuerdings nennt man sie Statements, und kaum ein Shirt oder Pullover kommt ohne sie aus. Früher hat man aus Malle noch Shirts mitgebracht „Ich bin 30, helft mir über die Strasse“, hahaha, aber heute sind die Statements englisch und damit für einige Leute schon wieder viel zu kompliziert.

Anders kann man sich nicht erklären, dass Dieter Bohlen, als er sich zum Selbstmord von Daniel Küblböck äusserte, dieses total unpassende Sweatshirt trug, „Sei eins mit dem Meer“. Oder Melania Trump, die vielleicht nicht lesen kann und deshalb einfach nicht wusste, dass bei ihrem Besuch eines Flüchtlingslagers gross „Mir doch scheissegal“ auf ihrer Jacke stand?

Gestern traf ich beim Einkaufen auf eine Seniorin, auf deren nicht zu übersehenden Brüsten gross „I’m as sweet as chocolate“ auf und ab schwappte. Dabei hatte sie einen Gesichtsausdruck, bei dem ich eindeutig auf Bitterschokolade tippte. Ich meine, hat sie denn keiner gewarnt?

Ich musste meiner Mutter auch schon mal einen Schal über ihr T-Shirt werfen, weil HORNY ANGEL wohl nicht unbedingt die Botschaft war, die sie in die Welt hinaus senden wollte!

Dabei fing alles wirklich als Botschaft an. 1948 hatte der US Präsidentschaftskandidat Thomas Dewey die zündende Idee, seinen Slogan „Dew it with Dewey“ mit einem T-Shirt in die Welt hinaus zu tragen. Und die Hippies übernahmen später, um ihre Idee von der Liebe zu propagieren. Vivienne Westwood war die Erste, die in den 70ern effektive Bekenntnisse als Schriftzüge auf Shirts in der Modeszene positionierte.

Ganz hip ist es zur Zeit, die Marke als Statement zu positionieren. Also man blättert jeweils viel Geld dafür hin, dass man dann dafür auch noch Werbung für die Firma macht, die die Kohle einstreicht. Das beliebteste Shirt ist das von Gucci:

Ja, sieht toll aus. Kostet 440 Franken. Vierhundertvierzig Stutz!!! Ein einfaches Baumwoll-T-Shirt! Die spinnen, die Römer.

Da lob ich mir doch die guten alten Zeiten und die Mutter aller T-Shirt-Aufschriften: „My brother went to Rome, and all I got was this lousy t-shirt“

Und heute? Heute wird so viel bekannt, dass es nichts mehr bedeutet.

Whatever. 30 Stutz. Immerhin.

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