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Weihnachtsessen

Dezember 20, 2017

Hach, das Fest der Liebe!

Allerorten kommt man zusammen, mit Geschenken bepackt oder auch nicht, und setzt sich gemeinsam an die grosse Tafel.

Die einen haben ein ausgeklügeltes Festtagsmenü zusammengestallt, andere bevorzugen ein unaufwändiges Essen, um Stress an Weihnachten zu vermeiden. Wieder andere lösen den Festschmaus so, dass jeder etwas dazu beiträgt.

So hat auch Nina zu sich nach Hause eingeladen, um am zweiten Weihnachtstag unter Freunden zu feiern. Einer von ihnen rief an und schlug vor, das Dessert zu bringen. „Gerne!“ freute sich Nina. „Was machst Du?“ Er wollte ein Mousse au Chocolat machen, dachte er, was Nina sehr freute. „Kannst Du es aber bitte mit dunkler Schokolade machen? Mindestens 70 % Kakao? Und ohne Rahm? Generell ohne Milchprodukte? Und vielleicht besser Stevia statt Zucker.“ Nina wollte über die Weihnachtstage schliesslich nicht zunehmen. Und ihr Freund war ratlos.

Dann habe ich heute an der Busstation das Gespräch zweier Mädchen mitbekommen. Die eine wünschte sich innigst Raclette zum Weihnachtsfest, aber das würde es Zuhause nicht geben, weil ihre Schwester (die doofe Kuh) seit 6 Monaten vegan sei. Die Mutter bestand darauf, dass die Einheit der Familie auch auf den Tellern ersichtlich bleibt und darum gibt’s nun das vegane Menü für alle. Eine totale Enttäuschung. Und alles nur wegen dem Veganfurz der Schwester!

Und schliesslich gibt es noch die Story von diesem Pärchen, das bei einem anderen eingeladen war, und nach der Vorspeise sollten die Gäste dann auch das Dessert mitbringen, und 7 Telefonate später auch bitte noch das Fleisch. Worauf die Party geplatzt war.

Wenn das Weihnachtsfest noch VOR dem Fest aus dem Ruder läuft, weil man sich mit dem Essen nicht arrangieren kann, läuft wirklich etwas entschieden falsch!

Wisst ihr alle noch, was wir feiern? Nicht alle können mit der Geburt Jesu etwas anfangen. Aber mit Nächstenliebe, das sagt uns hoffentlich allen etwas. Wir feiern das Fest der Liebe, des Zusammenseins. Wir feiern das Fest der Menschlichkeit und der Nähe.

Natürlich verleiht man dem Ausdruck, indem man sich besonders Mühe mit einem schönen Essen gibt. Aber es ist nicht wichtig. Wichtig sind die Menschen, wichtig ist die Familie, ob blutsverwandt oder gewählt. Und diese Menschen sind manchmal kompliziert, aber liebenswert.

Auch vegan. Und laktosefrei. Und ohne Gluten.

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  • Gerda Dezember 20, 2017 at 9:13 am

    Wie war und wenn ich bedenke, dass hier in Frankreich in den Restaurants oft nur 1 bis maximal 5 Menus angeboten werden und sich komischerweise alle damit abfinden können – wie einfach könnte das Leben doch sein 🙂