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Weihnachtskommerz

Dezember 14, 2016

Die Tage vor Weihnachten sind der blanke Wahnsinn. Die Menschen tummeln sich wie ein Bienenvolk in den Strassen der Stadt und in den Einkaufszentren. Überall spielt Weihnachtsmusik, es leuchten Lichterketten und geschmückte Tannenbäume – nur besinnlich werden will es nicht.

Natürlich nicht. Dazu sind Einkaufsmeilen auch nicht da.

Einkaufsmeilen sind Geschäftemacherei, und das ist gut so. Ich verstehe ehrlich nicht, warum man den Kommerz so verteufelt!

Es ist sicherlich merkwürdig, dass alle auf Kommando losrennen und an einem bestimmten Datum mit Geschenken aufwarten. Aber was ist mit dem Gedanken dahinter? Der Gedanke, jemanden zu überraschen und ihm eine Freude machen zu wollen? Das schaffen materielle Dinge – was ist so falsch daran?

Wir haben eine Weile in der Familie auf Geschenke verzichtet. Ich habe es nicht lange ausgehalten. Sich etwas zu Schenken finde ich so schön! Mir bedeutet das viel. Und es sind kleine Sachen, die mich erfreuen. Mein Mann hat beispielsweise letztes Jahr aufgeschnappt, dass ich mich über meine verlöcherten Reithandschuhe lustig gemacht hatte. Und da waren Neue unter dem Tannenbaum. Mehr als diese Handschuhe berührte mich seine Aufmerksamkeit – unbezahlbar. So bleibe auch ich das ganze Jahr aufmerksam nach Freuden, die ich meinen Liebsten machen könnte.

Den Vorwurf, dass die Geschäfte nur Kasse machen wollen, lasse ich nicht gelten. Natürlich wollen sie Kasse machen! Das müssen sie auch, weil sie sonst nicht überleben.

Und daher lege ich euch an dieser Stelle ans Herz, dass ihr dieses Jahr vielleicht nicht auf die Haupteinkaufsstrasse geht, sondern mal im Quartier herumschaut. In Zürich gibt es abseits der Bahnhofstrasse so tolle Ecken: Das Viadukt, der Kreis 4 generell, das Seefeld, Hottingen – um nur ein paar Orte aufzuzählen.

Ihr werdet dort die originellere Sachen finden, ganz bestimmt. Und damit auch für die grössere Überraschung sorgen.

Könnte man an Heiligabend nicht einfach so zusammensitzen? Nur singen, Spaghetti essen, gemeinsam lachen und Geschichten erzählen? Ganz ohne Stress, ohne Geschenke und ohne, dass man ein Vermögen für Weihnachten ausgegeben hat?

Natürlich könnte man das. Und sicherlich wäre es auch schön. Aber das kann man auch an jedem anderen Tag im Jahr machen. Weihnachten möchte doch für die meisten Menschen etwas Besonderes sein – das bedingt auch einen besonderen Aufwand.

Das Weihnachten kommerziell ist, geht völlig in Ordnung für mich. Solange man den wichtigsten Gedanken dahinter, nämlich den der Nächstenliebe, nicht vergisst. Damit geht man auch nicht im Stress, sondern mit Freude ans Schenken heran.

Foto Flickr CC by Mike Goad

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