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Wo bleibt der Respekt?

Februar 12, 2019

Meh Respekt Alte!!

Man hört es allerorten, und doch dünkt mich, der Respekt geht mehr und mehr flöten. In der Anonymität des Internets wird geschimpft, angebaggert, bewertet und verurteilt. Von Respekt ist weit und breit keine Spur.

Die Leute brüllen in ihr Handy und zwingen alle rundherum, zuzuhören. Sie drängeln vor, sie nehmen sich den besten Platz, sie bedanken sich nicht. Sie stehen im Tram für ältere Leute nicht auf, sie gehen achtlos vorbei wenn jemand Hilfe bräuchte und denken nicht daran, die Türe für den nächsten aufzuhalten.

So beschreibt es Wikipedia:

Respekt (von lateinisch respectio „Rückschau, Einschätzung, Betrachtung, Wieder-Schau“, im Sinne von „Beurteilung“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen.

Machen wir das? Gegenüber allen?

Ich habe kürzlich die Bekanntschaft einer Gruppe Japaner gemacht. Bei der Begrüssung verneigen sie sich jeweils tief voreinander, was mich für meinen Teil fast beschämt hat. Aber das Ding ist, während man sich vor jemandem verneigt, akzeptiert man die Grösse des anderen.

Denn ja, jeder Mensch ist gross! Jeder von uns hat im Grunde die gleichen Bedürfnisse. Und jeder von uns hat es verdient, glücklich und erfolgreich zu sein.

Die meisten wollen sich selber nicht klein machen und verstehen nicht, dass genau das wahre Grösse bedeuten würde

Wir sehen einander kaum noch an. Jeder wurschtelt vor sich hin und denkt im eigenen, beschränkten Kreis. Wir hören kaum noch zu, sondern warten ab, bis wir sagen können, was wir  wollen. Wir nutzen Freundlichkeit aus und spüren nicht, ob es Zeit ist zu gehen, weil uns gar nicht interessiert, was der andere Mensch wollen könnte.

Respekt ist nichts anderes als die Wahrnehmung des anderen. Andere Menschen und ihre Bedürfnisse ernst nehmen, das ist Respekt. Eine Grundhaltung von Freundlichkeit und Wohlwollen. Wie wäre es also mit

Namen der Leute behalten und sie beim Namen nennen

sich entschuldigen, wenn man etwas falsch gemacht hat

Danke sagen

Türen aufhalten

Pünktlich sein

Halten, was man verspricht

Nett zu Fremden sein

Und vieles mehr, das kein bisschen weh tut und das Gegenüber beachtet.

Ich wünsche mir mehr Respekt. Menschen gegenüber, aber auch Tieren und der lebendigen Erde gegenüber

Die meisten verteidigen sich, indem sie sagen, sie selber würden schliesslich auch nicht beachtet! Aber hier kommt meine alte Rede: Sei und tue das, was du von anderen gerne hättest, und der Rest kommt von allein.

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  • Janine Februar 15, 2019 at 2:08 pm

    Was für ein wunderbarer Text liebe Tamara! Du hast ja so recht, es gibt so viele respektlos und wenn ich sie darf so nennen – unfreundliche – Menschen. Verbeugen voreinander fände ich auch unangenehm, aber Danke sagen oder bekannte Personen freundlich begrüssen, gehört für mich auch einfach zum guten Ton.
    Liebe Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.com/

  • Eve Februar 18, 2019 at 8:11 pm

    Respekt vor diesem Text, Tamara!
    Und: Ja genau, Respekt ist, den anderen wahrzunehmen und seine Bedürfnisse anzuerkennen. Wir Schweizer sind ja sooo tolerant (ämel meinen wir das und sind stolz darauf): Wir sind tolerant bis zur Gleichgültigkeit. Man hat ja nichts gegen den anderen, es darf ja jeder leben wie er will, solange frau/mann sich selber nicht einschränken muss. Respekt geht aber weiter, manchmal muss man seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen und halt eben mal aufstehen, wenn jemand den Sitz nötiger braucht als man selbst, Verabredungen einhalten, obwohl man lieber zuhause auf dem Sofa fläzen täte, nett sein zu Fremden, obwohl es einem ja grad nicht drum ist und nichts bringt (obwohl: «wiä mer in Wald inerüeft…»,). etc. etc. Deine Tipps sind eigentlich selbstveständlich, elementar – und wunderbar wahr, danke!

  • Sonja März 4, 2019 at 12:43 pm

    Danke für den netten Text sowas liest man gerne!