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Zahlen, bitte!

August 24, 2016

Ihr kennt sie sicher alle. Die Typen, mit denen man zum Apéro geht und es herrlich lustig haben kann, und wenn es ums Zahlen geht, sind sie plötzlich weg.

Oder dann sitzen, bzw. stehen sie tatenlos daneben, wenn die Rechnung kommt, und machen nicht die geringsten Anstalten, das Portemonnaie auch nur in Griffnähe zu holen.

Und wieder ist man der- oder diejenige, der die Runde bezahlt.

Schön sind auch die Freunde, mit denen man Essen geht. Die einen picken Salat, Alkohol trinken sie ja keinen, und vom Kaffee danach können sie nicht schlafen – während die anderen reinhauen mit Drinks, Vorspeise 1 und 2, dem Hochlandrind, dessen Hinterteil von Geishas täglich gerieben wurde, und natürlich dem erlesenen Wein, den sie für 280 Franken stolz ausgesucht haben, um am Schluss strahlend in die Runde zu verkünden: Das teilen wir jetzt durch 6, gell!

Hast du Einwände, bist du natürlich der geizige Vollidiot, der alles verkompliziert.

Leute, so geht das nicht.

Rechnungen teilen ist die beste und einfachste Variante, wenn alle mehr oder weniger gleich konsumiert haben. Ansonsten ist es an denen, die über die Stränge geschlagen haben, von sich aus einen Fuffziger draufzulegen! Alles andere ist stillos. Auch die Grosskotze, die den teuersten Wein auf der Karte auslesen – fragt doch die anderen erst, ob sie einverstanden sind, diesen Betrag zu teilen! Wenn schon Demokratie, dann richtig! Und sonst übernehmt die Flasche. Wenn ihr schon so grosszügig aussucht, dann seid auch beim Zahlen grosszügig.

Ich selber bin so gross geworden, dass man aus dem Vollen schöpft – beim Geben. Mein Vater war der grosszügigste Mensch auf Erden. Als ich mit den ersten Dates anfing, nahm er mich zur Seite und sagte: „Wenn du mit einem Kerl ausgehst, und er zahlt dir dein Getränk nicht – oder kramt Ewigkeiten in seinem Münzfach herum und zählt den präzisen Betrag ab – dann tippe ihm freundlich aufs Händchen, übernimm die Rechnung, UND LAUF!!! Wer mit dem Geld geizt, geizt oft auch mit dem Herzen.“

Hat was. Ich finde dabei nicht, dass Männer per se für den Konsum der Frauen aufkommen müssen. Beim ersten Date sagt es allerdings was aus.

Unter Freunden sollte sich das ohnehin ausgleichen.

Mit meinen Freunden prügle ich mich regelmässig drum, wer zahlen darf. Und es ist kein Pro-Forma-Prügeln – (das kennt ihr sicher auch, dieses so tun als ob es jemandem nicht recht wäre, dass der andere zahlt, dabei findet er es in Tat und Wahrheit grossartig). Nein, ich freue mich, wenn ich die Rechnung übernehmen kann, und umgekehrt kenne ich es von meinen engen Freunden ebenso. Geben macht seliger als nehmen. Und letztlich kommt es immer zurück.

Und wenn es das nicht tut? Wenn es sich nicht ausgleicht? Dann hilft nur ein klares Wort.

Ich hasse es auch, über Geld zu reden. Aber wenn man es nicht ausdiskutiert, bleibt es ganz unangenehm zwischen Menschen kleben und schadet zweifellos der Freundschaft. Darum: Legt die (Kredit-)Karten offen auf den Tisch!

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  • Remo August 25, 2016 at 11:20 pm

    Tja, das könnte ein Artikel zum Thema Asyl sein. Oder zu Sozialmißbrauch.

    Einige tragen was zu bei, andere weniger oder gar nichts und konsumieren nur. Wie beim Essen und Trinken, wo einer am Schluß alles zahlt. Oder beim Essen und Trinken, wo einige viel nehmen, andere wenig und am Schluß müssen alle zahlen.